Gelobt sei der kleine Betrüger

Ahmad ist Bauunternehmer und hat eine tolle Idee. Anstatt einen vorab bezahlten Bauauftrag zu erfüllen, verwendet er das Geld lieber für eine Investition in ein Dutzend Laptops, denn mit denen lässt sich in Jordanien viel schneller viel mehr Geld verdienen. Sein Auftraggeber und die Polizei finden das aber gar nicht lustig und Ahmad wandert ins Gefängnis. Dass er hier 3 Monate verbringen soll, macht ihn ziemlich fertig, doch mit der Zeit findet er Gefallen am All-Inclusive-Service der Überwachungsarchitektur. Jeden Tag schlägt er sich den Magen voll und fiese Geldeintreiber sind hier auch nicht zu fürchten. In der Zwischenzeit bleiben aber die aus Kanada georderten Laptops im jordanischen Zoll stecken und Ahmads Cousin muss versuchen, den Zollbeamten mit einem Schaf zu bestechen. Dass Ahmads Knast-Buddy Ibrahim, ein professioneller Betrüger, inzwischen auf freiem Fuß ist und ihm ebenfalls die Laptops streitig machen will, davon ahnen Ahmad und sein Cousin erstmal nichts. Und auch der mit den Ermittlungen betraute Polizist hat ein Auge auf die Laptops geworfen, mit denen ihm endlich die bunte Welt der Sozialmedien offen stehen würde.

GELOBT SEI DER KLEINE BETRÜGER von Mahmoud al Massad ist eine bissige Komödie voller überraschender Wendungen, die mit viel Witz und Ironie von haarsträubenden Bürokratien und absurden Verwicklungen zwischen Knackis und Beamten erzählt – pointiertes Komödienkino mit der genau richtigen Dosis schwarzen Humor.

„GELOBT SEI DER KLEINE BETRÜGER erzählt von einem Mann auf der Suche nach einem besseren Leben, das er ausgerechnet dort findet, wo man es nicht erwartet hätte: im Gefängnis. Der Film feiert die Kreativität in dem alltäglichen Kampf darum, die Rechnungen bezahlen zu können. Die beiden Hauptfiguren stehen jeweils an einem Ende eines Spektrums: der ehrliche Mann, der ins Gefängnis geworfen wird, und der Kleinkriminelle, der systematisch die Lücken im System ausnutzt. Sie beide müssen Rückschläge verkraften, doch mit der richtigen Menge Galgenhumor wollen sie ihre Schwierigkeiten überwinden. Als Geschichtenerzähler ist es mein Ziel, große Fragen aus der Perspektive eines einzelnen Menschen zu erfassen. Diese einzelne Geschichte kann etwas zum großen Ganzen beitragen.“ (Regisseur Mahmoud al Massad)

Fotos: © 2017 Neue Visionen

Vorstellung im Onikon:

Freitag, den 29.12.2017 um 20:00 Uhr

Wir zeigen den Film in der arabischen Originalversion mit deutschen Untertiteln

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