Lady Macbeth

England, 1856. Die schöne Katherine wird mit einem verbitterten und deutlich älteren Mann verheiratet. Die Ehe ist herzlos und die neue Familie betrachtet sie als unerwünschte Bürde. In diesem Umfeld vereinsamt die lebenshungrige junge Frau zusehends. Als ihr Mann zu einer längeren Reise aufbricht und sie allein zurücklässt, erwacht Katherine aus ihrer Lethargie. Sie beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit einem rebellischen Gutsarbeiter und ist schon bald nicht mehr bereit, ihr neu gewonnenes Glück wieder loszulassen. Ihr Ehemann kehrt schließlich zurück und entdeckt das Geheimnis seiner Frau. Doch Katherine ist wie verwandelt. Sie wird sich niemandem mehr unterwerfen und sie schreckt vor nichts zurück, um das zu bekommen, was sie begehrt…

Intensiv, elektrisierend und hochspannend – so hat man eine radikal liebende Frau schon lange nicht mehr im Kino gesehen. In William Oldroyds messerscharf geschliffenem Liebesdrama LADY MACBETH zeigt uns die wunderbare Florence Pugh in der Titelrolle, was starker Wille wirklich ist. Mit dieser furiosen Frauenfigur entsteht in meisterhaft arrangierten Tableaus eine hochkonzentrierte Dramatik, die diesen Film so schnell nicht wieder vergessen lässt.

Die Drehbuchautorin Alice Birch hatte die russische Novelle „Die Lady Macbeth von Mzensk“ von Nikolai Leskov aus dem Jahr 1865 gelesen und gleich gespürt, dass die Themen der Geschichte – die Unterordnung der Frauen in der Gesellschaft, das Leben in ländlichen Gemeinden und eine leidenschaftliche verbotene Liebe – spannend für eine Filmadapation wären.

Die Originalgeschichte von Leskov wurde von Fjodor Dostojewski in der Zeitung „Epocha“ veröffentlicht und in den frühen 1930er Jahren von Dmitri Schostakowitsch als Oper adaptiert, mit der er für viel Aufruhr sorgte. Nach großen Erfolgen, auch international, wurde die Oper schließlich von Stalin in der Sowjetunion verboten, da sie zu subversiv wäre. Sobald Birch William Oldroyd von der Geschichte erzählte, war dieser fasziniert. Sie bauten das Drehbuch auf der Handlung der Novelle auf, nahmen aber auch einige größere Abwandelungen vor – wie die Einführung der Figur der Anna sowie den veränderten Ausgang der Geschichte.

Fotos: © 2017 Koch Media

Vorstellungen im Onikon:

Dienstag, den 30.01.2018 um 20:00 Uhr

Mittwoch, den 31.01.2018 um 20:00 Uhr

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