Das Mädchen, das lesen konnte

1851: Die südfranzösische Bäuerin Violette Ailhaud lebt in einem abgelegenen Bergdorf in der Provence. Wie ihre Freundinnen ist sie im heiratsfähigen Alter, als plötzlich die Auswirkungen der großen Politik unmittelbar Einzug im Dorf halten: alle Männer des Ortes werden von Louis Napoléons Soldaten verschleppt, als dieser die 2. Republik stürzt, um sich als Napoléon III. zum Kaiser der Franzosen zu krönen.

Mit vereinten Kräften gelingt es den zurückgebliebenen Frauen, die Arbeiten des Jahreslaufs zu bewältigen. Trotz der Sorge um die verlorenen Männer sind die Frauen stolz auf ihre Unabhängigkeit. Nach einem Jahr vergeblichen Wartens auf ein Lebenszeichen der Männer fassen Violette und ihre Freundinnen einen Entschluss: Wenn eines Tages ein Mann ins Dorf kommt, soll er für alle Frauen da sein, damit das Dorf weiter existieren kann.

Basierend auf der autobiographischen Erzählung der südfranzösischen Bäuerin Violette Ailhaud erzählt Regisseurin Marine Francen eine utopische, archaische Geschichte über eine enge Verbundenheit weiblicher Schaffens- und Schöpfungskraft mit den Zyklen der Natur, in dem die Männer eigentlich nur stören, wenn sie sich nicht in dieses Grundprinzip weiblicher Harmonie mit der Natur einordnen.
So schafft es der Film mit frühfeministischen Themen zu beginnen, in denen die Frauen die Rollen der abwesenden Männer übernehmen, was zum Beispiel auch das Vermitteln von Bildung angeht.
Er weist aber gleichzeitig weit darüber hinaus, indem er eine matriarchalische Welt aufblitzen lässt, in der Männer sich mit einer gleichberechtigten Rolle als Arbeitspartner und Geschlechtspartner zufrieden geben.

Vorstellungen im Onikon:

Dienstag, den 23.04.2019 um 20:00 Uhr

Mittwoch, den 24.04.2019 um 20:00 Uhr

Fotos: © 2018 Film Kino Text

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