Das schweigende Klassenzimmer

1956: Bei einem Kinobesuch in Westberlin sehen die Abiturienten Theo und Kurt in der Wochenschau dramatische Bilder vom Aufstand der Ungarn in Budapest. Zurück in Stalinstadt entsteht spontan die Idee im Unterricht eine solidarische Schweigeminute für die Opfer des Aufstands abzuhalten. Doch die Geste zieht viel weitere Kreise als erwartet: Während ihr Rektor zwar zunächst versucht, das Ganze als Jugendlaune abzutun, geraten die Schüler in die politischen Mühlen der noch jungen DDR. Der Volksbildungsminister verurteilt die Aktion als eindeutig konterrevolutionären Akt und verlangt von den Schülern innerhalb einer Woche den Rädelsführer zu benennen. Doch die Schüler halten zusammen und werden damit vor eine Entscheidung gestellt, die ihr Leben für immer verändert…

Die Geschichte von „Das schweigende Klassenzimmer“ geht auf ein authentisches Ereignis aus dem Jahr 1956 in der DDR zurück. Dietrich Garstka, einer der an den Vorgängen Beteiligten, hat 2007 das einstige Geschehen in Erinnerungen, Interviews und Dokumenten mit einer Publikation in die öffentliche Erinnerung gebracht.

Dieses Material wurde zur Grundlage für die Erarbeitung des Drehbuchs des Films durch Lars Kraume. Der Autor und Regisseur hat auf der einen Seite die wahre Geschichte aufgegriffen, diese auf der anderen Seite aber in eine zeitlose Dimension überführt, indem er nach den, der konkreten Tatsache zu Grunde liegenden, archaischen Wurzeln gefragt hat. Somit werden im Film vor der Folie eines historischen Ereignisses zeitlose Fragen nicht nur für junge Menschen verhandelt.

Fotos: © 2018 Studiocanal

Vorstellungen im Onikon:

Dienstag, den 29.05.2018 um 20:00 Uhr

Mittwoch, den 30.05.2018 um 20:00 Uhr

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