Finnische Filmtage

Bei den Finnischen Filmtagen am 14./15. Dezember 2019 zeigt das ONIKON in Kooperation mit der Deutsch-Finnischen Gesellschaft Hagen einen Tierfilm für die ganze Familie über ein kleines Rentier in seinem ersten Lebensjahr im Norden Lapplands, eine Komödie über einen ebenso arg- wie orientierungslosen jungen Finnen ohne Arbeit und eine humanistische Tragikomödie über einen jungen syrischen Flüchtling in Helsinki.

Am Samstag, den 14. Dezember 2019 um 15:00 Uhr läuft AILOS REISE: Für ein kleines Rentier wie Ailo ist die Welt ein großes Abenteuer! Geboren in der wilden Natur Lapplands, muss Ailo zusammen mit seiner Herde eine gefährliche Reise durch die gefrorene Taiga, vorbei an imposanten Fjorden und unwegsamen Bergen antreten, die ein ganzes Jahr dauern wird. Jeder neue Tag bringt für Ailo Überraschungen, aber auch Gefahren: Er trifft auf Polarfüchse, Lemminge, Adler, Wölfe, Eichhörnchen und Hermeline – harmlose Tiere und solche, vor denen sich ein kleines Rentier in Acht nehmen sollte. An der Seite seiner Mutter lernt Ailo zu überleben und wächst auf der Wanderung seiner Herde durchs wilde Lappland zu einem großen Rentier heran.

Regisseur Guillaume Maidatchevsky und sein Team folgten in einem Zeitraum von zwei Jahren mehrere Monate lang der „Finse“-Herde, einer der letzten vier verbliebenen wilden Rentierherden Lapplands, meist unter extremen Bedingungen. Der Härtetest für die Crew und ihre Ausrüstung wurde mit einer überwältigenden Ausbeute spektakulärer Bilder belohnt: So nah ist man dem Leben der Rentiere Lapplands noch nie gekommen. Eine herzerwärmende Geschichte für die ganze Familie, die viel mehr ist als eine bloße Natur-Dokumentation.             Foto: © NFP marketing & distribution*

Am Samstag, den 14. Dezember 2019 um 19:00 Uhr sind die HELDEN DES POLARKREISES zu sehen: Janne ist ein notorischer Hänger. Weil in seinem Dorf am Polarkreis das Analog-TV abgestellt wird, gibt ihm seine Freundin Inari Geld für einen Digitalempfänger. Als Janne dieses versehentlich für Bier ausgibt, wird Inari stocksauer und stellt ihm ein Ultimatum: Entweder er besorgt das Elektrogerät bis zum nächsten Morgen oder es ist Schluss. Zusammen mit seinen Kumpels Ralle und Kanne begibt er sich auf eine nächtliche Odyssee durch Lappland. Während Inari zu Hause von einem alten Verehrer belagert wird, müssen die drei Jungs mit feindlichen Naturgewalten, übereifrigen Polizisten, Rentieren, verführerischen Killerlesben und schwerbewaffneten Russen fertig werden und beweisen, dass sie mehr als nur Lappen sind.

Was für Männer! Durchgeknallt, turbulent und richtig komisch – genau das Richtige für einen vergnüglichen Winterabend im Kino. Und das Schönste: Es darf sogar gedacht werden. Auch anspruchsvolle Filmfans werden sich hier so wohl fühlen wie ein Rentier im Neuschnee. Ein erfrischender, junger Film mit hohem Spaßfaktor.                     Foto: © Pandastorm Pictures

Als Matinee um 11:15 Uhr geht DIE ANDERE SEITE DER HOFFNUNG von Aki Kaurismäki über die Leinwand: Khaled, ein junger Syrer, gelangt als blinder Passagier nach Helsinki. Dort will er Asyl beantragen, ohne große Erwartungen an seine Zukunft. Wikström, ein ehemaliger Vertreter für Männerhemden und Krawatten, kauft von dem wenigen beim Pokerspiel gewonnenen Geld ein heruntergewirtschaftetes Restaurant in einer abgelegenen Gasse von Helsinki. Als die finnischen Behörden entscheiden, Khaled in die Ruinen von Aleppo zurückzuschicken, beschließt er, illegal im Land zu bleiben. Wikström findet ihn schlafend im Innenhof vor seinem Restaurant. Vielleicht sieht er etwas von sich selbst in diesem ramponierten, angeschlagenen Mann. Jedenfalls stellt er Khaled als Putzkraft und Tellerwäscher an.

Aki Kaurismäkis Filme sind bekannt für ihren lakonischen, skurrilen und minimalistischen Stil. Seine Helden waren immer die „kleinen Leute“: Außenseiter, Arbeiter und Arbeitslose – die Verlierer der Gesellschaft. Seit LE HAVRE hat er den Kosmos seiner filmischen „Underdogs“ um eine globale Komponente erweitert, um diejenigen, die auf der Flucht sind und jetzt in der sozialen Hierarchie ganz unten stehen.   Foto: © Pandora Film

Berlinale 2017: Silberner Bär für Beste Regie

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